Was man über die Luzerner Fasnacht wissen sollte...“
Hier werden einige fasnächtliche Ausdrücke und Ereignisse kurz erklärt. Die Informationen sind vor allem für Besucher und Besucherinnen gedacht, welche die Luzerner Fasnacht nicht (so gut) kennen.
Eine Bitte an Insider:
Wenn Ihr findet, dass noch Ergänzungen oder Korrekturen angebracht sind, lasst sie uns zukommen. Wir werden sie in diese Liste integrieren.
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Äschemettwoch |
Am Aschermittwoch endet im katholischen Raum die Fasnacht, die Zeit des Unsinn-Treibens. Es beginnt die 40-tägige Fastenzeit, diese dauert bis Karsamstag, umfasst also 40 Fastentage. Die Sonntage sind vom Fasten ausgenommen, da Christen an jedem Sonntag - auch in der Fastenzeit - die Auferstehung Christi feiern. Die Zahl 40 steht für einen umfassenden Zeitraum, der Wende und Neubeginn ermöglicht. Etwas anders ist der Aschermittwoch in den (ursprünglichen) reformierten Schweizer Kantonen positioniert: Während es in den katholischen Kantonen Luzern oder St.Gallen heisst: "am Aschermittwoch ist alles vorbei ...", weil nun eben die Fastenzeit beginnt, erleben die reformierten Basel und Zürich den Höhepunkt und Abschluss ihrer Fasnacht erst in den Tagen nach Aschermittwoch. Der Aschermittwoch erhielt seinen Namen, weil an ihm Asche der Palmen vom Palmsonntag des vergangenen Jahres geweiht und den Gläubigen vom Priester auf Stirn oder Scheitel gestreut wird. Dabei erinnert der Liturg an die Vergänglichkeit des Menschen: "Gedenke, o Mensch, du bist Staub, und zum Staube kehrst du zurück." (vgl. Psalm 90, 3) Papst Urban II. führte diesen Brauch im 11. Jahrhundert ein, im 12. Jahrhundert wurde festegelegt, dass die Bussasche von Palm- und Ölzweigen des Vorjahres gewonnen werden muss. Asche ist Symbol der Vergänglichkeit, der Busse und Reue. Schon die Menschen im alten Testament hüllten sich in „Sack und Asche", um ihrer Bussgesinnung Ausdruck zu verleihen. Asche wurde früher als Putzmittel verwendet und ist so auch Symbol für die Reinigung der Seele. Am Aschermittwoch wurde nach alter Überlieferung der Teufel, der ja zunächst ein normaler Engel gewesen sein soll, wegen Verstössen gegen die göttliche Ordnung aus dem Himmel geworfen. |
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Alti Fasnacht |
Wie die alte Fasnacht komme etwas oder jemand daher, sagte jeweils meine Mutter und meinte damit, dass irgendetwas gänzlich verspätet, unaktuell, veraltet sei. Wie die «gewöhnlichen Leute» vergnügten sich natürlich auch die Geistlichen – und mit ihnen die weltliche Obrigkeit – vor der Fastenzeit mit köstlichen Speisen. Ihr Fest am Sonntag Estomihi heisst Pfaffenfastnacht, Herrenfastnacht oder auch – weil sie später verordnet wurde und jünger ist – junge Fastnacht. Die Fastnacht der «gewöhnlichen Leute», eine Woche später am Sonntag Invocavit, ist die Bauernfastnacht oder alte Fastnacht, uralter Feuerbräuche wegen auch Funkensonntag genannt. Zur alten Fastnacht gehört der wichtige Hirsmontag, denn auf ihn konzentriert sich nach der Reformation immer mehr das fastnächtliche Treiben. |
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Beiz |
Restaurant, Kneippe |
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Bierranze |
Bierbauch (Formvollendete Schönheit, die beim Trinken von edlem Gerstensaft heranwächst.) |
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Blakette |
Plaquette, Abzeichen aus Bronze, Silber oder Gold; das LFK verteilt die Einnahmen an die am Umzug teilnehmenden Gruppen; es gibt auch je nach Guugge eigene Plaketten, diese Einnahmen werden von der Guugge zur Anfertigung der Sujets verwendet |
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Böög |
Kostümierte und maskierte Gestalt. (Der Ausdruck wird auch für gefestigte, runde Exkremente aus der Nasenhöhle gebraucht.) |
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Brodworscht |
Wurst aus Kalbs- oder Schweinefleisch, auf einem Grill zubereitet. (teilweise auch als Filet aus dem Schlauch bekannt) |
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Brüele |
auch schreien oder lärmen, aber auch für gewisse "es ist zum brüele" (weinen) |
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Buebezögli |
Kleinformation; Formation aus einzelnen auserlesenen Instrumentalisten |
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Chappe aa |
Wenn einer zuviel getrunken hat, sagt man im Volksmund ab und zu: „Dä hett au no en Chappe aa!“ (Der hat auch noch eine Kappe an.) |
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Chatzestrecker |
So wie die Berner «Mutzen», die Basler «Bebbi» und die Zürcher im Volksmund «Hegel» genannt werden, heissen die Luzerner «Chatzestrecker». Der Kosename stammt noch aus der Zeit, als die frommen Luzerner die Hügelkette «Chatzestrick» überqueren mussten, um zum Wallfahrtsort Einsiedeln zu gelangen. Und «Chatzestrecker» deshalb, weil man wohl dachte, dass die Luzerner vermutlich doch nicht so fromm seien, wie sie schienen. Die heutigen Leuchtenstädter identifizieren sich gerne mit den positiven Eigenschaften, die man Katzen zuschreibt: Sie sind schlau, verschmust und lieben feine Sachen. |
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Cheib |
Der Ausdruck „Cheib“ wird als Kosenamen oder harmloses Schimpfwort verwendet. Es ist mehr als ein Ehrentitel für Querschläger, für potente Genossen, die mit Witz und Schalk ihren eignen Weg gehen und die es auf amüsante Art verstehen, die Gesellschaft zu bereichern. Oft sagt man zu solchen Leuten: „Du besch au no en rüüdige Cheib.“ Cheib bezeichnet aber auch den grossen Rauschzustand nach einem Trinkgelage. |
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Chesslete |
Kommt von Kessel. Früher als die Fasnacht noch laufen lernte hat man anstelle von Pauken und Trommeln einfache Kessel (Schmalz- oder Fettkessel und dgl.) als Schlaginstrumente verwendet. „Chesslete“ bezeichnet heute eine Ansammlung von Guuggern, die organisierten „Krach“ machen. |
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Chneublätze |
siehe „Fasnachtschüechli“ |
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Chöblete |
Kommt von Kübel. Erklärung siehe „Chesslete“. „Chöblete“ nennt man auch das Gelage an einem Biertisch, bei dem es mächtig zur Sache geht. Meistens werden dort 3 dl Humpen (Chöbeli) oder gar 5 dl Humpen (Chöbel) als Pflichtquanten vertilgt. (Es versteht sich, dass dabei nur reinstes Eichhof Bier zum Einsatz gelangt.) |
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Chögelipaschtetli |
Die Luzerner Chügelipastete gehört zu den wenigen historischen Spezialitäten von Luzern. Traditionsgemäss gehört sie zum Höhepunkt des alljährlichen Bärteliessen. Hauptzutaten der Füllung: Kalbsvoressen, Kalbsbrät, Schweinebrät, Champignon in spezieller Rahmssauce, serviert in einem Pastetenhaus (Blätterteig); die Fritschipastete hat zusätzlich noch Weinbeeren in der Sauce. (Die Rezepte findet man im Internet.) |
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Chrienser-Fasnachtsfiguren Chrienser-Deckel, Bärnerwiib, Wöschwiib |
In Kriens gibt es schon seit vielen Jahren ganz besondere Fasnachtsfiguren. Die auffallendsten heissen "Deckel", "Bärnerwiib" und "Wöschwiib" und sind jedes Jahr zahlreich auf den Strassen und Plätzen anzutreffen. |
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Driigüüggele |
Dreinspielen (gilt als äusserst unhöfflich), jemandem ins Gespräch oder einer anderen Formation beim musizieren dreinspielen und stören. |
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Einzelmaske |
Einzelmaske; kostümierte, allein Fasnacht machende Person |
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eis goh zieh |
etwas Trinken gehen, in einer Kneippe einkehren |
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Elleffkaa / geschr. LFK |
Luzerner Fasnachtskomitee. Erst 1951 schlossen sich die drei traditionellen Organisatoren des Fritschiumzuges - Zunft zu Safran, Maskenliebhaber-Gesellschaft und Gesellschaft Fidelitas - mit der Weyzunft im heutigen Luzerner Fastnachtskomitee zusammen. Nach dem Motto: "Einigkeit macht stark". 1952 wurden die beiden Umzüge vom Donnerstag und Montag erstmals gemeinsam durchgeführt. Im Jahr 1986 wurde das "t" abgeschaft, der heutige Namen Lozärner Fasnachtskomitee war endgültig geboren. |
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Fasnachtsblakette |
siehe „Blakette“ |
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Fasnachtschüechli |
dünn ausgerollte, in schwimmendem Fett gebackene, mit Puderzucker bestäubte Fladen |
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Fasnachtsmäärt |
Der Fasnachtsmäärt (Fasnachts-Markt) ist eine Erfindung der Neuzeit und findet jeweils am Samstag und Dienstag vor dem Schmutzigen Donnerstag statt. Nebst einer unglaublichen Fasnachtsstimmung, nebst Fasnächtlern in Festlaune und einem grossartigen Saufgelage hat es tatsächlich auch noch vereinzelte Marktstände. |
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Födlibörger |
Bezeichnung für einen kleinkarrierten, stuuren und sich der Welt verschliessenden Mitbürger. |
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Fretschi / od. Fritschi |
Fritschi (Bruder Fritschi), histor. Fasnachtsfigur, die in Luzern als ältester Fasnächtler gilt. Der Name Fritschi ist im süddt. Raum eine Koseform von Friedrich. Auch Fridolin ist von Friedrich abgeleitet. Es besteht somit ein Zusammenhang zw. Friedrich, Fridolin und Fritschi - Der Fritschibrauch, der seit Jh. von der ehemaligen Krämerges. und heutigen Safranzunft gepflegt wird, geht wahrscheinl. auf das letzte Treffen der Luzerner und Innerschwyzer im Alten Zürichkrieg zurück, als die österr. Übermacht am Fridolinstag (6.3) 1446 - es war zugleich die Alte Fasnacht - bei Ragaz besiegt wurde. Der Firdolinstag, als Jahrzeit dieser Schlacht war lange ein Festtag, der mit einer kirchl. Feier und mit einer Harnischschau, an der die auszugspflichtigen Luzerner in Wehr und Waffen durch die Stadt zu ziehen hatten, begangen wurde. Weil die anschliessenden Ess- und Trinklage in den Zunftstuben nicht in die Fastenzeit passten, verlegte der Rat die Waffenschau auf den Schmutzigen Donnerstag, den ersten Tag der Luzerner Fasnacht. Deshalb fällt noch heute die Fritschifasnacht mit dem Fritschiumzug auf diesen Tag. Mitten im fröhl. Kriegerharst zog Bruder Fritschi urspr. als überlebensgrosse Strohpuppe, später von einem verkleideten Zünftler in blauweissem Staatsmantel dargestellt, durch die Altstadtgassen. Um 1600 berichtet R. Cysat, dass Bruder F, und seine Frau die Fritschene, zu Pferd hinter den <Söldner> in die Stadt einzogen. Seit dem 19. Jh. fährt die auf acht Personen erweiterte Fritschigruppe im Fritschiwagen, der mit Tannreisig und gelben und roten Papierblumen geschmückt ist. Bruder Fritschi galt seit dem 15. Jh. Als Symbol der freundeidg. Zusammenarbeit. So kam es immer wieder vor, dass er an der Fasnacht entführt wurde und anschliessend die Luzerner ihren Fritschi in der Innerschweiz (1989 in Stans) oder gar in Basel (1507) wieder abzuholen hatten, was jeweils zu Verbrüderungsfesten Anlass gab. |
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Gässle |
Ohne bestimmte Route durch die „Gassen“ der Stadt spielen |
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Göfferli-Fasnächtler |
Bezeichnung für Zünftler, Gesellschafter und andere hohe Herren. Diese Herren zeichnen sich dadurch aus, dass sie meistens in dunklen Anzügen und komischen Kopfbedeckungen auftreten und an Sitzungen zur Organisation der Fasnacht stets ein Aktenköfferchen dabei haben. |
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Göiggu |
kostümierte und maskierte Person; bezeichnet aber auch eine Person, die herumalbert, blödelt. |
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Grend |
Maske |
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Güdis-Mäntig / -Zischtig |
Güdis kommt vom altdeutschen Güdel. Güdel ist die Bezeichnung für Sack, Bauch, Wanst, etc. An den letzten beiden Tagen vor dem Aschermittwoch hat man sich noch einmal so richtig den Magen, den Wanst vollgeschlagen und sich so richtig vollgefressen. Man füllte also den Güdel. Daher wurden die Fasnachtstage Güdismontag und Güdisdienstag so benannt. |
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Guugge |
Oberste und heiligste Bezeichnung für die Tätigkeit von musizierenden Fasnächtlern in einem festen Verband, in einer Guuggenmusig. Guuggen ist das Allerhöchste an der Luzerner Fasnacht! Guuggen = Musizieren. |
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Güüggele |
Bezeichnet einerseits das Spiel von Musikern (Bläsern), improvisiertes Spiel; andererseits bezeichnet dieses Wort das stetige Vertilgen von alkoholischen Getränken in einer gemütlichen Runde. |
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Gwändli |
Kostüm, Gewand |
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es Halbeli |
5 dl Weisswein im Offenausschank |
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Häxetee |
Das Häxetee (Hexentee) wird traditionsgemäss am Fasnachtsmäärt unter der Egg ausgeschenkt. Ein Pfefferminz-Tee mit besonders viel Apfel- und Birnen-Branntwein. |
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Heigässle |
mit Spiel jemanden (oder sich selber) heimbegleiten |
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Hernipecker |
Bezeichnet einen Mitbürger, der nun gar nicht mit Intelligenz gesegnet ist. Ein „Hernipecker“ neigt zu unüberlegten Handlungen. |
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Hagebuttentee mit Zwetschgen-Branntwein |
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Huerenaff |
1940, mitten im Zweiten Weltkrieg, hat Zunftmeister Joseph Bühler, seines Zeichens Weinhändler, der Zunft zu Safran die Luzerner Affenkanne in Silber geschenkt, die er mit „HUORENAF“ beschriftete. Sie stellt ein Äffchen mit Helm in alter Offiziersuniform dar, das vor sich das Wappen des Stifters hält und eignet sich - dessen Beruf gemäss - für den gepflegten Weinausschank. Besonderes Merkmal ist der Ausguss in Form einer Röhre aus dem Affenmaul, die vielleicht eine Zigarre darstellen soll. Der Ausdruck „Huerenaff“ wird heute als Kosenamen oder harmloses Schimpfwort verwendet. Heute ist „Huerenaff“ ein Ehrentitel für Querschläger, für Fasnächtler, die mit Witz und Schalk ihren eignen Weg gehen und die es auf amüsante Art verstehen, die Gesellschaft zu provozieren. Das Kafi-Huerenaff wird traditionsgemäss am Fasnachtsmäärt unter der Egg ausgeschenkt. Ein Kafi-Luz mit besonders viel heiligem Geist. (...was aber in den letzten Jahren auch nicht mehr so ist!) |
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huere... |
Mit „Huere“ sind nicht unbedingt die Prostituierten gemeint; das Wort wird in der Zentralschweiz oft als Verstärkung gebraucht, im Sinne: Auf den trifft das besonders zu!. (z.B. Huerenaff, Hueretobel, ... etc.) |
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Intrigiere |
verkleidet und unerkannt jemandem dessen Fehler vorhalten und den „rechten Weg“ zeigen |
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Kafi Luz |
Heller Kaffee mit Luzerner Obstbranntwein (Birnen- und Apfelträsch) |
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Kafiwaage |
Zusammengebasteltes Etwas auf Rädern, welches in die Stadt mitgenommen wird. Auf diesen Wagen wird die Verpflegung mitgeführt. |
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Konfetti |
Konfetti, bunte Papierschnitzel |
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Koschtüm |
Verkleidung, Kostüm |
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Loftschlange |
bunte Papierschlange |
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Maske (auch Maschgere) |
kostümierte und maskierte Person |
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Määlsoppe |
Mehlsuppe; isst man vor allem in den frühen Morgenstunden |
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Monschter |
Monster-Konzert; gewaltiger Umzug aller vereinigten Guuggenmusigen durch die Altstadt am Güdisdienstag Abend |
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Nölli |
Der Nölliturm markiert den Anfang der äusseren Stadtbefestigung Luzerns, die sich über den Musegghügel bis zum abgebrochenen äusseren Weggistor beim heutigen Museumsplatz hinzieht. Der augenfällige Rundturm wurde 1513 anstelle eines wahrscheinlich nicht mehr genügenden Schalenturms auf den Felskopf an der Reuss gesetzt. Der Name des wohl ursprünglich wegen seines markanten Kegeldaches aus roten Ziegeln "Roter Turm" genannte Nölliturm geht vermutlich auf dessen rundliche Form zurück. Nölli ist ein alter Luzerner Mundartausdruck und heisst übersetzt: kleiner dicker Kerl. |
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Omzoog |
Umzug |
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Orangscheschlacht |
Orangenschlacht |
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pas pöbberlen (franz.) |
„pas pöbberlen“ ist der französische Ausdruck, der ein Tambourmajor verwendet, wenn der Schlag (die Schlagwerker) wieder dazu neigen, unaufgefordert auf Ihren Fellen nervig und unaufhörlich zu „pöbberlen“! (.... dies bringt einem an den Rand eines Nervenzusammenbruchs!) |
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Rüüdig |
Das Adjektiv/Adverb hat oft nur den Zweck, den dazugehörigen Ausdruck - positiv oder negativ - zu verstärken. Das luzernische "rüüdig" ist ein Kraftausdruck, verstärkt das darauf folgende Wort und wird meistens in einem positiven Zusammenhang gebraucht. z. Bsp. „rüüdig schön“ = unglaublich schön, fantastisch, gewaltig... |
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Scharivari |
(charivari fr.) nicht einheitlich gekleideter Zug |
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Schiisdräckzögli |
Kleiner, bunt zusammengewürfelter Zug aus Guuggern |
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Schmotzige Donnschtig |
Schmotz kommt vom altdeutschen Schmutz. Schmutz ist die Bezeichnung für Fett. An den Tagen vor dem Aschermittwoch hat man sich noch einmal so richtig mit fettigen Lebens-mitteln vollgefressen. Man stopfte also Fett, Schmutz in sich hinein. Der erste Fasnachtstag wurde danach, Schmutziger Donnerstag benannt. |
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Schränze |
Siehe Guuggen. Wobei zu erwähnen ist, dass diese Bezeichnung für das Musizieren vom Posaunenspiel abgeleitet wurde. Auf der Posaune „schränzte“ man mit dem Bedienen des Zuges richtig „schöne“ schräge Töne. |
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Serwela |
Servelat, Wurst; am besten schmeckt sie auf einem Grill zubereitet und mit Brot und Senf serviert. Aber auch in einem Salat zubereitet schmeckt sie sagenhaft. |
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Stäge, d’Stäge |
Mit „Stäge“ wird die wohl schönste Freiluftbühne der Welt bezeichnet, die Luzerner Rathaustreppe. Auf dieser Treppe an der Fasnacht gespielt zu haben, ist ein Muss für jeden Guugger. (Aber bitte nur Stadt Luzerner oder Vereinigte Guugger!) |
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Stompe |
Billige Cigarre, bis auf einen Stumpen abgebrannt. (Edle, handgedrehte Cigarren werden nach wie vor als Cigarren bezeichnet.) |
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Sumawuscha |
Super maximale Wunderschabe Bezeichnung für Personen des weiblichen Geschlechtes, die nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist. (Mann und Frau wundert sich !!) |
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Suufe |
Saufen (Die wahrscheinlich schönste Sache der Welt!) |
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Süschee |
Sujet, an der Fasnacht durch die Gruppe oder Guugge ausgespieltes Thema |
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Tagwach |
Tagwacht = militärischer Ausdruck für das Wecken in den frühen Morgenstunden mittels einem Trommel- oder Trompetensignales. Tagwach am Schmutzigen Donnerstag: um 05.00 Uhr landet Bruder Fritschi mit der Fritschifamilie und seinem Nauen am Schwanenplatz. Zur gleichen Zeit erschallt der Urknall in der Luzerner Altstadt und gibt den Guuggenmusigen und allen Fasnächtlern das lange ersehnte Signal zum Ausbruch der Fasnacht. Am Güdismontag ist die Tagwache ebenfalls um 05.00 Uhr. Um 06.00 Uhr ist der traditionelle Aufmarsch der Weyzunft auf dem Löwenplatz. |
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Tambuur |
Trommler |
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Tambuurmeior |
Tambourmajor |
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Tambuurmeior-Stäcke |
Tambourmajor-Stab, mit dem der Tambourmajor den Takt angibt |
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es Träsch |
Heller Kaffee mit Luzerner Obstbranntwein (Apfelträsch) |
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Urknall |
Siehe Tagwach |
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Usgüügglete |
Mit Trommeln und mit Pfeifen wurden früher vor der Fasnacht die Wintergeister „ausgepfiffen“, ausgetrieben. In der Mundart nannte man diesen Anlass „Usgüügglete“. Heute erinnert noch der Dienstag vor dem Schmutzigen Donnerstag in Luzern an diesen Anlass. An diesem Tag findet der offizielle Plakettenverkaufstag des LFK’s und der traditionelle Fasnachtsmäärt statt. |
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Vortraab |
Dem Zug vorausgehende Kostümierte. Diese Verteilen Streumaterial (Spruchzettel, Bonbons, etc.) und machen dem Zug Platz (auch Träger der Fahnen). Früher machten in engen Gassen die Vortrabe zweier sich kreuzender Guppierungen handgreiflich aus, wer zuerst passieren konnte. (Sagt man.) |
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Vereinigte, die Vereinigte / abk. VGML |
Vereinigte Guuggenmusigen Luzern; Dachverband aller „vereinigten“ Guuggenmusigen in und um Luzern (Stadt Luzern). Entstehung: Mit der Zeit wurden innerhalb der Guuggenmusigen Strömungen bemerkbar, die zu einem Zusammenschluss, zu einem «Dachverband» drängten, um sich nicht zuletzt bei Verhandlungen mit dem LFK in einer stärkeren Position zu wissen. Erste Gespräche wurden zunächst unter den "Alten" im bereits früher erwähnten Café Moc geführt, wo sich Sepp, Max, Pöldi und andere immer wieder regelmässig trafen. Was hier bei einem starken Espresso, einer Gauloise bleue oder Pfeifentabak zunächst unverbindlich diskutiert wurde, führte am 17. Januar 1964 zu den «Vereinigten Guuggenmusigen Luzern». In einer denkwürdigen Gründungsversammlung in der damals noch so heimeligen «Metzgere» am Weinmarkt wurden von zwanzig Delegierten die Statuten genehmigt. |
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wiesse Wy |
Weisswein, verbessert den Ansatz bei Bläsern (sagt man) |
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Zoog |
Umher ziehende Gruppe. Dazu gehören meistens in dieser Reihenfolge: Vortrab, Tambourmajor, Musik, Wagen. |
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Zwätschge, es Zwätschge |
Helles Kaffee mit Zwetschgen-Branntwein |
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Zwebeleweeie |
Zwiebelkuchen, wird traditionell an der Fasnacht gegessen. |
WAS TUT MAN - WAS TUT MAN NICHT ?
Es gibt an der Fasnacht fast keine Vorschriften und Verbote. Aber einiges gehört einfach zum guten Ton - oder ist empfehlenswert:
An der Tagwache:
Kommen Sie beizeiten. Um fünf Uhr herrscht ein Gedränge in der Altstadt Luzerns. Nehmen Sie weder Handtaschen noch zuviel Geld und Wertgegenstände mit. Tragen Sie eher keine Kontaktlinsen. Kleiden Sie sich warm und währschaft.
Bleiben Sie mit Ihren Freunden zusammen, aber bilden Sie keine Ketten. Vereinbaren Sie feste Treffpunkte zu bestimmten Zeiten für den Fall, dass Sie sich aus den Augen verlieren.
Dunkelheit und Ruhe sind die ersten Gebote an der Tagwache. Man entzündet keine Feuerwerke. Fotografieren Sie ohne Blitzlicht; so irritieren Sie die Maskierten nicht, und die Bilder werden stimmungsvoller. Vor dem Urknall um fünf Uhr ist das Musizieren und Gegröle verpönt. Warten Sie mit dem Krach machen bis um Schlag fünf Uhr; es wird dann um so stimmungsvoller.
Ganz allgemein:
Tragen Sie stets die Luzerner Fasnachtsplakette gut sichtbar. Hingegen sind geschminkte Gesichter, Pappnasen, Narrenkappen, Pöbeleien und auch masslose Betrunkenheit an der Luzerner Fasnacht verpönt.
Masken, Instrumente und weitere Utensilien schränken die Aktiven in ihrer Bewegungsfreiheit ein. Behindern Sie die aktiven Fasnächtler deshalb nicht. Bewerfen Sie diese nicht mit Konfettis. (Konfettis sind für „Zivilisten“ da!)Lassen Sie ihnen den Vortritt - auch zu ihren wohlverdienten Pausen in den Restaurants. Und am wichtigsten: Laufen Sie nie durch eine heranmarschierende Gruppierung, dies ist äusserst gefährlich und auch unhöfflich. Das Anfassen der Kostüme und der Masken ist ebenfalls nicht so beliebt. (Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten!)
Die Regeln des Anstands und der Rücksichtnahme gelten an der Fasnacht ganz besonders: Man lässt Kindern, Betagten und Behinderten den Vorrang. Orangen und andere Gegenstände wirft man weder zurück, noch aufs Geratewohl ins Publikum; Konfettis nimmt man nicht von der Strasse auf; Instrumente und Utensilien der Aktiven sind wertvolles Eigentum und keine Souvenirs - kurz: man ist nett miteinander.
Und immer daran denken: „Lachen Sie und applaudieren Sie, wenn Ihnen etwas gefällt!“ (Dies gilt besonders am Umzug.)
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