Die Vorboten der Natur wiesen im September 1990 deutlich darauf hin; es war Herbst. Schon bald sollte der Winter eintreffen und damit natürlich die heiteren Fasnachtstage. Zu diesem Zeitpunkt hatten neun fasnachtshungrige Luzerner noch keinen Anschluss an eine Guuggenmusig gefunden. Man wollte aber unbedingt an der kommenden Fasnacht aktiv mitmachen und die närrischen Tage mit Schränzen und Guuggen verbringen und geniessen.
Man vereinbarte also, eine eigene Guuggenmusig auf die Beine zu stellen, um an der Fasnacht 1991 aktiv mitzumachen.
Am 30. September 1990 traf man sich voller Tatendrang im Restaurant Reussbad in Luzern. Das Restaurant Reussbad steht unmittelbar neben dem Nölliturm. Die Gründung des Vereines war schnell vollzogen, aber mit der Namensfindung tat man sich schwer und man konnte sich einfach nicht einigen. Der damalige Wirt Fredy Enz hörte, dass sich die neun jungen Leute mit der Namensfindung schwer taten. Also berichtete er von einer alten überlieferten Geschichte.
Diese Geschichte sei übrigens in der Chronik des Stadtschreibers Renward Cysat ausführlich überliefert und dokumentiert worden. (Renwart Cysat seines Zeichens Apotheker, Politiker, Stadtschreiber und Universalgelehrte war eine der einflussreichsten und interessantesten Persönlichkeiten in der Stadt Luzern an der Schwelle zur Neuzeit. Gelebt hat er von 1545 bis 1614.)
Eigentlich sind wir davon überzeugt, dass wohl eher das folgende Fazit aus dieser Geschichte zu ziehen ist:
„Wer glaubt ist selig und ist nie allein! Hallelujah!“
Anmerkung:
Nölli ist ein alter Luzerner Mundartausdruck und heisst übersetzt: kleiner dicker Kerl.
Ähnlichkeiten mit dem Tambourmajor sind rein zufällig!
Und es wird auch gemunkelt, dass der Tambourmajor dem Herrn Renwart Cysat beim verfassen der obgenannten Geschichte gehörig unter die Arme gegriffen haben soll.
Die Nölli Grötzen waren also geboren. Jetzt ging man in Rekordzeit daran, weitere Mitglieder zu suchen, die Proben zu organisieren, Stücke einzustudieren und natürlich ein Sujet zu basteln.
Am Schmutzigen Donnerstag 1991 zeigten sich die Nölli Grötzen erstmals offiziell in der Stadt Luzern mit dem Sujet „Eisgeister“. Die Kleider hat jedes Mitglied selber entworfen, gestaltet, genäht oder gar mit Heftklammern zusammen geheftet. Als Grinden dienten hellblaue Lampenschirme. Der Tambourmajor hatte einen überdimensionierten Styropor-Eisberg auf dem Kopf, welchen er zur Befestigung mit einer ausgedienten Jeans-Hose um den Kopf band. Ein wahrlich köstliches Bild!
Übrigens: Heute noch aktive Gründungsmitglieder sind Roland Durrer & Iwan Durrer.
Charakter:
Als Ganzjahres-Verein haben wir uns dem herrlichen Kulturgut der Luzerner Fasnacht verschrieben. Das Maskentreiben, das Guuggen und das Schränzen machen uns riesigen Spass und sind für uns eine eigentliche Passion. In unserer Musig werden alle zur richtigen Luzerner Fasnächtlern ausgebildet. Bekannt sind die Nölli Grötzen durch ihren Musikstil, der von fasnächtlichen Unterhaltungsschlagern, Schunkler, aber auch von modernen Arrangements geprägt ist. Musik für jede Altersgruppe! Ebenfalls sind die Nölli Grötze für Ihre wunderschon ausgearbeiteten und fantastischen Sujets bekannt.
Als wichtigstes Gebot steht in unserem Vereinsstatut: die Pflege der Kameradschaft und das Hegen und Pflegen des Kulturgutes Lozärner Fasnacht. Auch die Besuche an den traditionellen LFK-Umzügen, des Monstercorsos und den beiden Tagwachen stehen in unserem Vereinsleben an oberster Stelle.
„Geselligkeit & Narretei, ist bei den Grötzen stets dabei!“
…und…
„E rechtig gueti Fasnachtssprötze, gets nor bi de Nölli Grötze!“
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